Antworten zum Thema; Kosten- & Investitionsrechnen, Ordner 6
 
Kapitel 3: Investitionen ( Für alle Fragen zum Thema; Investitionen, klicken Sie hier... )
 
 
1. Unter Investitionen versteht  man die Umwandlung von vorhandenen oder beschaffbaren finanziellen Mitteln in Vermögenswerte der Unternehmung mit denen zu einem späteren Zeitpunkt grössere Geldeinnahmen oder kleinere Geldausgaben bezweckt werden.
 
2. Langfristige Betrachtungsweise: Investitionen sind Zukunftbezogen. Der  Nutzen tritt nicht sofort, sondern später ein. Langfristige Kapitalbindung: Die für die Investitionen verwendeten finanziellen Mittel sind in der Regel langfristig gebunden. Sie fliessen letztlich zurück in Form von verdienten Abschreibungen und Gewinn aus erfolgreichen Investitionen. Es besteht aber auch die Gefahr von Fehlleistungen, die man häufig nur mit hohen Verlusten rückgängig machen kann.
 
3. Sachinvestitionen: Ersatz, Umstellung, Erweiterung, Diversifikation, Rationalisierung. Finanzinvestitionen: Kauf von Beteiligungen ( Wertpapiere etc. ), Kauf von Forderungen ( Aktivdarlehen ). Immaterielle Investitionen: Forschung, Entwicklung, Aus-/Weiterbildung, Umweltschutz, Soziales.
 
4. Ersatzinvestitionen: Kapitaleinsatz mit dem Ziel der Fortführung der Leistungserstellung. Technisch nicht mehr nutzbare Anlagen werden durch neue oder gleichartige ersetzt. Umstellungsinvestitionen: Kapitaleinsatz mit dem Ziel anstelle der bisherigen Erzeugnisse neue Produkte herzustellen. Ersatz oder Erweiterung der alten Anlagen durch neue. Erweiterungsinvestitionen: Kapitaleinsatz mit dem Ziel die vorhandene Leistungskapazität in quantitativer Hinsicht zu vergrößern ( Markterweiterung ). In der Regel scheiden keine vorhandenen Anlagen aus. Diversifikationsinvestitionen: Kapitaleinsatz mit dem Ziel zusätzliche zu den bisherigen Leistungen neue zu erbringen. Man spricht von horizontaler oder vertikaler Diversifikation, wenn die neuen Leistungen ins bisherige Programm passen. Besteht kein sachlicher Zusammenhang zu den bisherigen Gütern spricht man von lateraler Diversifikation. Rationalisierungsinvestition: Kapitaleinsatz mit dem Ziel vorteilhafterer Leistungserstellung. Technisch noch nutzbare Anlagen werden aus wirtschaftlichen Gründen ersetzt ( Kostenführerschaft oder Produktdifferenzierung ).
 
5. Die Methoden der Investitionspraxis haben in der Praxis wenig Eingang gefunden. Die für den betrieblichen Gebrauch teilweise zu anspruchsvolle Literatur hat dazu wesentlich beigetragen.
 
In vielen Betrieben werden Investitionen recht kurzfristig „verabschiedet“, d.h. es fehlt an einer umfassenden Investitionsplanung und –Budgetierung.
 
6. Vorschläge aufgrund der Erfahrungen bei der täglichen Arbeit ( Vorschlagswesen ).
 
7. Nach Dringlichkeit und Nutzen.
 
8. Leistungsfähigkeit: Mögliche Arbeitsgänge, Kapazität, Qualität der Leistung. Anforderungen an den Standort: Raumhöhe, Bodenfläche, Bodenbelastung. Anforderungen an die Arbeitskräfte: Anzahl, Ausbildung, körperliche Beanspruchung. Kapitaleinsatz: Anschaffungswert, Bezugskosten, Einbaukosten. Betriebskosten: Unterhalt, Service- und Reparaturkosten. Liefertermine, Qualität. Produktionsunterbrechung bei der Installation der Anlage – etc.
 
9. Kostenvergleichsrechnung, Gewinnvergleichsrechnung, Return on Investment, Pay – Back.
 
10. Aufgabe der Investitionsrechnung ist die Verrechnung der zahlenmäßig erfassbaren, Wertbestimmenden Faktoren einer Kapitalanlage, um einen Massstab für die Kapitalverzinsung zu ermitteln. Die Kapitalverzinsung kennzeichnet nämlich die Rentabilität des Kapitaleinsatzes.
 
11. Zweckmäßige Kapitalanlagen die Mindestanforderungen erfüllen, die an die Kapitalverzinsung gestellt werden ( Mindestrentabilität, etc. ). Vorteilhafte Kapitalanlagen die Kriterien zur Beurteilung der Kapitalverzinsung weitestgehend erfüllen ( größte Rentabilität, Gewinnsteigerung, Kostenersparnis ).
 
12. Als statisch bezeichnen wir diejenigen Rechnungsverfahren, welche den zeitlichen Anfall der Rechnungsgrößen nicht berücksichtigen. Es handelt sich um einfache Berechnungen mit Daten aus dem betrieblichen Rechnungswesen. Die dynamischen Verfahren berücksichtigen den Zeitpunkt der Wertflüsse ( Nutzen Zu- und Abfluss ). Die unterschiedlich anfallenden Einnahmen- und Ausgabeströme werden zur Vergleichbarkeit auf einen bestimmten Zeitpunkt abgezinst.
 
13. Kapitaleinsatz
Kaufpreis oder Herstellung der Anlagen
+ Bezugskosten (Fracht, Zölle, kosten betriebeigener Transportmittel)
+ Einbaukosten (Fundamente, Aufstellen der Anlagen, Installation der
Energieanschlüsse, Netzwerkanpassungen)
+ Projektierungskosten (technische Gutachten, Entwürfe)
+ Ausbildungs- und Umschulungskosten
+ Wartungskosten bis zur Inbetriebnahme
+ Kosten eines allfälligen Produktionsausfalles
+ Kosten für Sekundärinvestitionen (zusätzliche Infrastruktur, Klimageräte,
Sicherheitsanlagen)
+ Kosten der Vorfinanzierung (kalkulatorische Zinsen für Vorauszahlungen bzw.
Kapitalbindung während der Eigenherstellung)
= Kapitaleinsatz
 
14. Das zu investierende Kapital soll verzinst werden. Die Höhe des Zinssatzes richtet sich dabei nach der erwarteten Mindestrendite. In der Praxis kommen dabei zwei Verfahren zur Anwendung.
 
15. Konzept der entgangenen Erträge; anstelle der Investitionen könnte das Kapital anderweitig angelegt werden. Als Basis dient der für langfristiges Kapital gültige Zinsfuss, erhöht durch einen Risikozuschlag und einer eventuellen Inflationsrate für den kalkulatorischen Zinsfuss.

Konzept der durchschnittlichen Kapitalkosten; der kalkulatorische Zinsfuss muss bei diesen Verfahren mindestens gleich hoch sein wie die durchschnittlichen Kapitalkosten einer Unternehmung.
 
16. Die Nutzungsdauer entspricht dem Zeitraum, für den aufgrund der technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten eine Nutzung der Anlage erwartet wird und aufgrund der Übersehbarkeit der Absatz- und Beschaffungsmärkte eine Erfassung der Wertbestimmenden Faktoren möglich ist.
 
17. Zu berücksichtigen ist ein allfälliger Restwert ( Wiederverkaufs- oder Schrottwert ) der im Bebrauch stehenden Anlage bei der Durchführung eines Verfahrenswechsels der anzuschaffenden Anlage nach Beendigung ihrer Nutzungsdauer.
 
18. Entspricht die Konstruktion der Anlage dem Stand der technischen Entwicklung?
Sind Neukonstruktionen zu erwarten?
Erlaubt die Anlage Erzeugnis- bzw. Verfahrens Änderungen?
Besitzt die Anlage Kapazitätsreserven?
Welche periodischen Arbeitsunterbrechungen erfordert die Anlage für Revision
und Instandhaltung?
Wie groß ist die Unfallsicherheit der Anlage?
Welche Belästigung der Umgebung verursacht die Anlage?
Wie verhält sich die Konkurrenz?
Unternehmenstradition?
Sicherheit der Lieferung von Rohstoffen und Energie?
Etc.
 
19. Versuchen, trotz großer Schwierigkeiten, diese Faktoren zu quantifizieren und in die Investitionsrechnung einzubeziehen.
Die nicht berechenbaren Faktoren außerhalb der Investitionsrechnung in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Der zweiten Variante ist dabei der Vorzug zu geben, da damit die Aussagekraft der Investitionsrechnung durch teilweise unsichere oder sogar falsche Daten nicht verfälscht wird.